Sprachförderung in der Kita

 

 

Sprachförderung in der Kita – ein Überblick für Erzieher*innen und interessierte Eltern

Sprachförderung gehört in der Kita in den Bereich der alltagsintegrierten Bildung. Konkret bedeutet das, dass Sprachförderung grundsätzlich nicht in Kursen oder Kleingruppen stattfindet, sondern alle Aktivitäten begleitet. Lesen Sie im Folgenden, warum der Sprachförderung in Kitas eine so hohe Bedeutung zukommt und was genau man darunter versteht.

Sprachförderung in der Kita: Für wen ist sie und warum ist sie so wichtig?

Sprache ist ein komplexes Instrument: Sprache vermittelt Zuwendung und Auseinandersetzung, Gefühle und Gedanken, dient dem Erfassen unserer Umwelt, dem Verständnis abstrakter Zusammenhänge und der Herausbildung vielfältiger Kompetenzen. Insbesondere die schulische und berufliche Laufbahn ist eng an unsere Sprachkompetenzen gebunden.

Sprache wirkt somit in alle Bereiche des individuellen und gesellschaftlichen Lebens hinein. Sie umfasst soziale und fachliche Kompetenzen, entscheidet darüber, ob wir uns verstanden fühlen und uns verständlich machen können.

Schon aus diesen Gründen ist Sprache von fundamentaler Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie findet daher entsprechende Beachtung in der Kita – in Form einer alltagsintegrierten Förderung aller Kinder.

Doch nicht immer reicht die alltagsintegrierte Förderung aus. In solchen Fällen findet in der Kita eine zusätzliche Sprachförderung statt, beispielsweise als

  • Sprachförderung für Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch ist und bei denen die Kenntnisse in der Landessprache nicht altersadäquat entwickelt sind.
  • Sprachförderung für Kinder mit Förderbedarf, der aus anderen Ursachen resultiert.

Alles, was jedoch in den Bereich der Logopädie fällt oder von medizinischen Fachkräften behandelt werden muss, gehört nicht in den Bereich der Sprachförderung in Kitas.


 

Was genau versteht man unter alltagsintegrierter Sprachförderung im Elementarbereich?

Die sprachliche Entwicklung von Kindern wird in der Kita idealerweise ganzheitlich gefördert, also durch spielerische Aktivitäten, Ausflüge oder die Teilnahme an Projekten, in denen viel und gern miteinander gesprochen wird. Aufgabe der Erzieher*innen ist es, den Sprachstand der Kinder zu beobachten, zu dokumentieren und durch pädagogische Angebote zu fördern.

Im Mittelpunkt stehen bei der Sprachförderung in Kitas Übungen

  • zur Wortschatzerweiterung,
  • zum Einüben von Satzbauplänen und Intonationen,
  • zur Förderung des Hörverständnisses,
  • zur Erweiterung sozialer Kompetenzen, die im Zusammenhang mit dem Sprechakt stehen, also beispielsweise Zuhören, Ausredenlassen, eigene Wünsche und Gedanken angemessen äußern können,
  • zur Überwindung von Sprachhemmungen und Ängsten.

Die alltagsintegrierte Sprachförderung gehört zu den pädagogischen Kompetenzen, die alle Erzieher*innen in der Ausbildung erwerben. Angebote für Kinder mit speziellem Förderbedarf hingegen führen pädagogische Fachkräfte durch, die zusätzlich eine Qualifizierung im Bereich Spracherziehung absolviert haben.


 

 

Woran erkennt man, dass ein Kind Sprachförderung benötigt?

Kinder und Erwachsene lernen im eigenen Tempo. Sollte ein Kind also noch Dreiwortsätze sprechen, während andere Gleichaltrige bereits stilvoll Nebensätze kombinieren, heißt das noch nicht, dass das Kind eine Sprachförderung benötigt.

Gleiches gilt für entwicklungsbedingte Schwierigkeiten in der Artikulation. Beim natürlichen Spracherwerb treten Fehler zudem dadurch auf, dass Kinder Regeln generalisieren. Gerade diese Fehler zeigen an, dass das Kind wichtige Entwicklungsschritte im sprachlichen Lernen macht.

Ob ein Kind eine gezielte Sprachförderung benötigt, sollte daher von Fachkräften geprüft werden. Den Erzieher*innen stehen hierfür neben ihrer Erfahrung eine Reihe von Hilfsmitteln, wie beispielsweise standardisierte Beobachtungsbögen, zur Verfügung.

In den meisten Bundesländern werden zudem spezielle Sprachtests im Vorschulbereich angeboten, teilweise ist die Teilnahme vor Schuleintritt verpflichtend. In Bremen ist dies der Cito-Sprachtest, in Hessen der KISS-Test, Nordrhein-Westfalen führt regelmäßig den Delfin-Test durch.

 


Wie kann Sprachförderung in Kitas und Kindergärten aussehen?

Alltagsintegrierte Sprachförderung ist das, was pädagogische Fachkräfte „ohnehin“ tun, wenn sie mit den Kindern sprachlich kommunizieren. Dabei sind Erzieher*innen in besonderem Maße dazu angehalten, sich sprachlich angemessen zu äußern und Kinder altersgerecht zu fördern.

Für eine bewusste und gezielte Sprachförderung kommen bestimmte Materialien und Aktivitäten in Betracht. So lässt sich der Wortschatz beispielsweise durch Memory-Spiele, Bilderbücher, Wimmelbilder, Fotokarten, Lern- und Sprachspiele erweitern.

Die Fähigkeit zur Einübung von Satzbauplänen und zu einer verständlichen Ausdrucksweise wird in Gesprächen, Rollenspielen und Fantasieübungen gestärkt. Auch das Lernen an einem anderen Ort – beispielsweise während des Besuchs von Flughäfen, Parks, Zoos oder der Feuerwehr – kann dazu beitragen, den Wortschatz und das kommunikative Vermögen der Kinder zu fördern.

Sprachförderung in Kitas: Pädagogische Konzepte

In den Kitas und Kindergärten besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass sprachliche Bildung möglichst ganzheitlich erfolgen soll. Die Kinder sollen den Spracherwerb nicht als „Unterricht“ erleben, der losgelöst von anderen Aktivitäten stattfindet.

Spracherwerb und Sprachförderung ereignen sich immer dann, wenn die Kinder sich in einer anregenden Umgebung ausreichend motiviert sehen, sich sprachlich zu äußern und zu entwickeln.

Im Kitaalltag verzichtet eine sensible Sprachförderung zudem auf die bloße Fehlerkorrektur. Statt Fehler zu benennen, wiederholt die Fachkraft eine Äußerung in der korrekten Form, sodass das Kind selbst die Möglichkeit zum Abgleich hat.

Lernen die Kinder nicht die Landessprache als Erstsprache, kann die Kita ergänzende Maßnahmen anbieten, in die auch das Elternhaus einbezogen werden, damit eine zweisprachige Erziehung erfolgreich verläuft.

Darüber hinaus erarbeiten sich Teams zumeist eigene pädagogische Konzepte, in denen Zielsetzungen und Rahmenbedingungen, Methodik und Systematik ebenso festgehalten sind wie die Einbeziehung der Eltern und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.

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