Die Umschulung zur Erzieher*in in Hamburg

Kinder sind unsere Zukunft. Und Erzieher*innen sind die Fachkräfte, die unsere Zukunft betreuen, versorgen, elementar ausbilden – sie zum Sprechen und Klettern, Musizieren und Malen, Forschen und Entdecken motivieren, ihnen neue Perspektiven eröffnen, sie in ihrem Sozialverhalten bestärken, ihre Entwicklung dokumentieren. Darüber hinaus sind Erzieher*innen in Beratungsstellung und Schulen, in therapeutischen Einrichtungen und betreuten Wohngruppen tätig.

So vielseitig und abwechslungsreich das Berufsbild ist, so groß ist der Bedarf an gut ausgebildeten Erzieher*innen, weshalb die Ausbildung zur Erzieher*in und der Zugang zum Beruf in den vergangenen Jahren vielfältige Änderungen und Neuordnungen erfahren haben.

Wer kann wie und wo eine Ausbildung zur Erzieher*in machen? Was ist der Unterschied zwischen einer Ausbildung und einer Umschulung zur Erzieher*in? Ist ein Quereinstieg zur Erzieher*in in Hamburg und anderenorts möglich und falls ja, für wen und unter welchen Bedingungen? Wer finanziert eine Umschulung zur Erzieher*in und wer kann dies wie beantragen?

In diesem Beitrag haben wir alle wesentlichen Informationen zu den Stichworten „Umschulung Erzieher*in“ und „Quereinstieg Erzieher*in“ für Sie zusammengefasst. Beachten Sie aber bitte: Ausbildungsinhalte und Formen, Umschulungen und Quereinstieg sind in jedem Bundesland ein wenig anders geregelt. Fragen der Finanzierung hängen zudem von individuellen Voraussetzungen ab.

Unsere Ausführungen konzentrieren sich daher auf einen allgemeinen Überblick sowie auf den Einstieg in den Beruf Erzieher*in in Hamburg. Abschließend gehen wir dann auf die Berufsperspektiven für Erzieher*innen in ganz Deutschland ein, um die wichtige Frage zu beantworten: Lohnt sich eine Umschulung oder ein Quereinstieg in den Erzieher*innen-Beruf überhaupt?

Unsere Angebote

Die Ausbildung zur Erzieher*in an Fachschulen und Akademien

Die Ausbildung zur Erzieher*in erfolgt an Fachschulen oder Fachakademien und Berufskollegs. Die Ausbildung unterliegt in Form und Inhalten den Regelungen der einzelnen Bundesländer. Sie umfasst theoretische und praktische Anteile und schließt mit einer ersten Prüfung zur staatlich geprüften Erzieher*in ab.

Nach einem einjährigen Berufspraktikum (Anerkennungsjahr), das mit einer Prüfung und/oder einem Kolloquium abschließt, erfolgt die staatliche Anerkennung. Das Berufspraktikum wird durch Fachlehrer*innen begleitet, die theoretische Inhalte vermitteln, Feedback geben und Rücksprache mit den Ausbilder*innen halten.

Unsere AUSBILDUNGEN & FACHQUALIFIKATIONEN

Dauer und Voraussetzungen

Die Ausbildung kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden und dauert entsprechend zwei bis sechs Jahre. Eine Verkürzung des Anerkennungsjahres ist in einigen Bundesländern möglich, wenn der/die Auszubildende bereits über praktische pädagogische Erfahrungen aus vorangehender Berufstätigkeit verfügt. Wer in Hamburg die dreijährige Ausbildung zur Erzieher*in absolvieren möchte, muss dafür eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

• Nachweis eines mittleren Schulabschlusses und einer (mindestens) zweijährigen Berufsausbildung oder einer dreijährigen Berufstätigkeit in einem relevanten Bereich.

• Erwerb der (Fach-)Hochschulreife und mindestens vier Monate praktische Tätigkeit in einem für die Ausbildung relevanten Bereich.

Weitere Voraussetzungen können erforderlich sein, vielfach werden aber auch begründete Ausnahmen zugelassen. Wer also Zweifel hat, ob die eigenen schulischen und beruflichen Erfahrungen ausreichen, sollte sich unbedingt persönlich in einem Beratungsgespräch an der gewählten Ausbildungsstätte informieren.

Verkürzung der Ausbildungszeit 

Interessent*innen, die bereits eine sozialpädagogische Ausbildung oder ein Abitur an einem beruflichen Gymnasium oder ein Fachabitur im pädagogischen Bereich vorweisen können, haben die Möglichkeit, die Ausbildungsdauer auf zwei Jahre zu verkürzen.

Neben der klassischen Ausbildung bietet die Hansestadt Hamburg zudem eine berufsbegleitende Ausbildung in einer pädagogischen Einrichtung an, die schon vom ersten Ausbildungsjahr an tariflich vergütet wird.

Weitere Informationen über die Zugangsvoraussetzungen in den verschiedenen Bundesländern finden Sie auf der Website der Bundesanstalt für Arbeit. [1]


Die Umschulung zur Erzieher*in und der Quereinstieg zur Erzieher*in: Was ist der Unterschied zur Erstausbildung?

Eine Ausbildung führt grundlegend in einen Beruf ein und vermittelt neben Fachkenntnissen das erforderliche Allgemeinwissen. Eine Umschulung setzt voraus, dass bestimmte Voraussetzungen bereits erfüllt sind, dass also

  • die Pflichtschuljahre bereits absolviert wurden,
  • die Teilnehmer*innen mindestens 18 Jahre alt sind und
  • bereits einen Beruf erlernt haben, unabhängig davon, ob ein erfolgreicher Abschluss erzielt wurde.

Der Quereinstieg richtet sich an Personen aller Altersgruppen, die eine grundlegende Qualifizierung mitbringen und sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nachqualifizieren wollen. Alternativen zum beschriebenen Ausbildungsgang stellen somit eine Umschulung zur Erzieher*in und ein Quereinstieg als Erzieher*in dar.

Für wen ist eine Umschulung zur Erzieher*in möglich?

Der Begriff „Umschulung“ umfasst, wie oben ausgeführt, dass der/die Umschüler*in bereits eine Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium abgeschlossen hat. Eine Umschulung zur Erzieher*in ist jedoch auch für Personen möglich, die noch keine Berufsausbildung abgeschlossen, aber mindestens einen mittleren Schulabschluss erworben haben.

Wer führt eine Umschulung zur Erzieher*in durch und wie lange dauert die Weiterbildung?

Angeboten werden die Umschulungen von verschiedenen Bildungsträgern, beispielsweise von Akademien und Wohlfahrtsverbänden. In der Regel dauern die Umschulungen in Vollzeit drei Jahre und umfassen eine zweijährige schulische Ausbildung, ein Zwischenpraktikum sowie das abschließende Berufspraktikum.

Berufsbegleitende Umschulung zur Erzieher*in

Darüber hinaus sind einige Umschulungen als berufsbegleitende Weiterbildungen für Personen konzipiert, die bereits in pädagogischen Berufen tätig sind, beispielsweise für Sozialassistent*innen oder Betreuer*innen in Ganztagsschulen. Die Zulassungsvoraussetzungen gleichen im Wesentlichen denen, die für die Erstausbildung zur Erzieher*in gelten.

Lässt sich die Umschulung zur Erzieher*in in Hamburg verkürzen?

Interessent*innen, die in Hamburg bereits eine pädagogische Ausbildung oder ein Fachstudium abgeschlossen haben, können sich für einen zweijährigen Ausbildungsgang bewerben. Sie beginnen die Ausbildung dann im dritten Halbjahr.

Was verdient man während einer Umschulung zur Erzieher*in in Hamburg?

Die schulische Ausbildung zur Erzieher*in wird in Hamburg derzeit nicht vergütet, abhängig von den persönlichen Umständen kann aber Ausbildungsförderung (BAföG) beantragt werden. Eine Umschulung kann, sofern die Voraussetzungen nach dem SGB II oder SGB III vorliegen, mithilfe von Bildungsgutscheinen finanziert werden. Wer sich für die duale Ausbildung entscheidet und mindestens 15 Wochenstunden in pädagogischen Bereichen beschäftigt ist, erhält eine monatliche Bruttovergütung von rund € 1.140 (erstes Ausbildungsjahr) bis € 1.300 (3. Ausbildungsjahr). Das Anerkennungsjahr mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35 Stunden wird in kommunalen Einrichtungen mit einer Ausbildungsvergütung in Höhe von € 1.627 entlohnt.

Wie wird eine Umschulung zur Erzieher*in finanziert?

Ein Anspruch auf finanzielle Förderung besteht für keine Umschulungsmaßnahme, auch nicht für die zur Erzieher*in. Die Chancen, dass beispielsweise die Agentur für Arbeit die Umschulung bewilligt und finanziert, stehen jedoch gut, wenn

  • Berufsunfähigkeit oder Verlust des Arbeitsplatzes drohen – sofern Letzterer nicht selbst verschuldet wurde, sondern Resultat von Umbrüchen auf dem Arbeitsmarkt ist.
  • der gewählte Beruf gute Perspektiven bietet und ein hoher Bedarf an Arbeitskräften besteht.
  • eine persönliche Eignung vorliegt und Sie durch Ihr Verhalten ein starkes Interesse an der Umschulung zeigen.

Die Finanzierung einer Umschulung kann zwei Bereiche betreffen: die Ausbildungs- oder Studiengebühren und den persönlichen Lebensunterhalt. Sagt die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder der Rentenversicherungsträger die Finanzierung zu, werden darüber in der Regel sowohl die Studiengebühren als auch der Lebensunterhalt abgedeckt.

Erhalten Sie keine finanzielle Förderung, können Sie in der Regel steuerliche Erleichterungen geltend machen. Gegebenenfalls erhalten Sie auch Zuschüsse wie beispielsweise Wohngeld.

Förderung durch Bildungsgutscheine

Die Förderung durch Bildungsgutscheine ist möglich, wenn die im Sozialgesetzbuch formulierten Bedingungen gegeben sind. Dazu gehört, dass

die Umschulung der beruflichen Eingliederung dient oder geeignet ist, eine drohende Erwerbslosigkeit abzuwenden.

vorab eine Beratung und Zustimmung durch die Agentur für Arbeit und den Bildungsträger erfolgt ist. [2]

Online erhalten Sie Informationen über die Finanzierung beruflicher Weiterbildungen vom Institut für berufliche Bildung, das für Hamburger*innen auch Anträge zum direkten Download bereitstellt. [3]

Wie beantragt man die Umschulung zur Erzieher*in?

Sind Sie bereits ein einer pädagogischen Einrichtung tätig und streben eine berufsbegleitende Umschulung an, muss der/die Arbeitgeber*in zustimmen. Benötigen Sie eine Finanzierung nach dem Sozialgesetzbuch, beantragen Sie die Umschulung direkt beim Leistungsträger, also beispielsweise beim Jobcenter oder bei der Rentenversicherung.

Ist ein Quereinstieg in den Beruf Erzieher*in möglich?

Für Personen, die bereits über eine relevante Ausbildung oder ein Fachstudium verfügen, kommt auch ein Quereinstieg in den Beruf infrage. Dabei handelt es sich zumeist um eine verkürzte Ausbildung, die berufsbegleitend angeboten wird und mit der staatlichen Anerkennung abschließt.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Nachqualifizierung beziehungsweise von zielorientierten Weiterbildungen, zu denen auch unser Qualifizierungsprogramm für Quereinsteiger*innen zählt.


Die Umschulung zur Erzieher*in in Hamburg

Eine Umschulung zur staatlich anerkannten Erzieher*in bieten in Hamburg staatliche und private Fachschulen und Akademien an. Die Umschulung dauert in Vollzeit insgesamt drei Jahre und untergliedert sich in

  • eine zweijährige schulische Ausbildung,
  • ein oder mehrere Zwischenpraktika,
  • ein Anerkennungsjahr (einjähriges Berufspraktikum), in das weitere schulische Lern- und Betreuungseinheiten integriert sind.

Die Ausbildung endet mit einer Prüfung, die auch als Externenprüfung durchgeführt werden kann. Wurde die Prüfung bestanden, kann die staatliche Anerkennung beantragt werden.

Die Zugangsvoraussetzungen zur Umschulung Erzieherin in Hamburg ähneln denen für die Erstausbildung zur Erzieher*in. Dazu zählen

  • eine abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung oder
  • mittlerer Schulabschluss und mindestens dreijährige Tätigkeit in einem relevanten Beruf oder
  • mittlerer Schulabschluss und mindestens vierjährige Berufstätigkeit oder
  • Erwerb der (Fach-)Hochschulreife und einjähriges Praktikum in einem pädagogischen Beruf.

Die Umschulung kann in der Regel mit dem Erwerb der Fachhochschulreife kombiniert werden, was allerdings einen höheren Lernaufwand erfordert, da weitere allgemeinbildende Fächer hinzugewählt werden müssen.


Quereinstieg zur Erzieher*in in Hamburg

Der Quereinstig Erzieherin in Hamburg erfolgt über eine zielorientierte Weiterbildung, die aufgrund ihrer Dauer auch als „160-Stunden-Qualifizierung“ bezeichnet wird. Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die ein Studium oder eine fachlich relevante Berufsausbildung abgeschlossen haben. Dazu zählen pflegerische, therapeutische oder medizinische Berufe aus dem Gesundheitswesen.

Voraussetzung für den Quereinstieg ist, dass Sie in einer Hamburger Kita oder in einer anderen pädagogischen Einrichtung für Kinder/Jugendliche mit Ganztagsbetreuung tätig sind. Berufsbegleitend nehmen Sie dann innerhalb eines Jahres an insgesamt 24 Seminaren (160 Stunden) teil, die Sie intensiv auf Ihre Tätigkeit als pädagogische Fachkraft vorbereiten.

Kindliche Entwicklung, Sprachförderung, Elternarbeit, Stressbewältigung und Selbstreflexion stehen dabei ebenso auf dem Programm wie eine Einführung in verschiedene Erziehungsstile, in Theorien zur interkulturellen Arbeit und zur offenen Pädagogik sowie weitere praxisbezogene Themen. Die Qualifizierung ist modular aufgebaut, sodass ein Einstieg jederzeit möglich ist.

Unser QUEREINSTEIGERPROGRAMM

Welche Zukunftsaussichten bietet der Arbeitsmarkt für Erzieher*innen in Deutschland?

Pädagogische Fachkräfte werden in ganz Deutschland händeringend gesucht. Als Erzieher*in haben Sie deshalb besonders gute Chancen auf eine zukunftssichere Beschäftigung in Festanstellung. Die Hansestadt Hamburg hat zudem besondere Maßnahmen ergriffen, um Menschen aller Altersgruppen und mit vielfältigen Vorerfahrungen für diesen Beruf zu qualifizieren.

Für welche Bereiche werden Erzieher*innen gesucht?

Ihren Beruf üben Sie in Krippen, Kitas und Horten, in Beratungsstellen oder Jugendzentren, in therapeutischen oder schulischen Einrichtungen, Heimen oder betreuten Jugendwohngemeinschaften aus. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie in kommunalen, kirchlichen oder in von privaten Trägern organisierten Einrichtungen arbeiten möchten. Auch Unternehmen bieten betriebsinterne Betreuungseinrichtungen an und Eltern schließen sich vielerorts zusammen, um einen Verein zu gründen, über den sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren.

Erzieher*innen, die zunächst noch die Welt erkunden wollen, bevor sie in Festanstellung sesshaft werden, finden eine Anstellung auch als Animateur*innen in Ferienklubs oder als Begleiter*innen von Kinder- und Jugendreisen.

Wie entwickeln sich die Konditionen des Erzieher*innen-Berufs?

Aufgrund des deutlichen Mangels an gut ausgebildeten Erzieher*innen sind sowohl deren Arbeitsbedingungen als auch die tarifliche Vergütung verstärkt in den Blick der zuständigen Stellen gerückt.

So haben einige Bundesländer bereits Bildungsprämien oder andere Vergütungsmodelle für die Ausbildung eingeführt. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Arbeitszeitmodelle künftig noch flexibler ausfallen und die Gehälter dem jeweiligen Schweregrad angepasst werden, um noch mehr Menschen für diesen spannenden und abwechslungsreichen Beruf zu gewinnen.


Durch Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen berufliche Chancen nutzen und erhöhen

Auf unserer Website finden Sie ein breit gefächertes Angebot an Seminaren und Weiterbildungen für Erzieher*innen, sodass Sie vorhandenes Wissen im Austausch mit anderen Fachkräften vertiefen und aktualisieren können.

Darüber hinaus decken unsere Seminare Arbeitsschwerpunkte ab, für die ein hohes Maß an Spezialisierung erforderlich ist. Hierzu zählen beispielsweise die gezielte Sprachförderung, der Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen sowie eine geschlechts- und kultursensible Erziehung.

Vielfach bilden sich Erzieher*innen auch in Aufstiegsweiterbildungen zu Sonderpädagog*innen, Betriebs- oder Fachwirt*innen, Qualitätsbeauftragten oder auch zu Motopäd*innen fort. Schon während der Ausbildung bietet sich eine Kombination des Berufsabschlusses mit der Erlangung der Fachhochschulreife an, sodass Sie berufsbegleitend oder aufbauend studieren und eine leitende Position einnehmen können. Ein Studium oder qualifizierende Aufstiegsweiterbildungen ebnen Ihnen optional zudem den Weg in die berufliche Selbstständigkeit.

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